Können Frauen nicht entspannen?

Julian und ich führten gerade eine erhitzte Whatsapp-Debatte darüber, ob Frauen eigentlich wirklich entspannen können. Zum Inhalt der Diskussion: Frauen fühlen sich in der Regel gestresster als Männer, werden schneller emotional und fühlen sich oftmals alleine gelassen und überlastet. Doch können Frauen einfach nicht entspannen und sind sie daran auch noch selber Schuld?

Ein Thema, zwei Ansichten aus weiblicher und männlicher Sicht

Christina:

Unser Gespräch drehte sich in der ersten Hälfte vor allem darum, was eine Frau von der Emanzipation eigentlich hat. Stumpf gesagt ist meine Ansicht dazu: Damals war er der “König” brachte das Geld nach Hause. Sie widmete sich dem Haushalt und den Kindern, Heutzutage ist man als Frau die eierlegende Wollmilchsau meiner Meinung nach. Sie arbeitet oftmals Vollzeit, regelt nebenher den Haushalt, kümmert sich um die Kinder und den Rest der Familie, soll kochen und sportlich sein wie er (siehe die ganzen Instagram-Sporthäschen) und sie soll wunderhübsch sein. Meistens macht sie auch privat noch den Super-Organisator und muss ihm alles vorgeben: Hol dann und dann die Kinder ab, bitte kauf dieses und jenes ein und hast du an das Geschenk für deine eigene Mutter gedacht? Am Ende macht sie meiner Meinung nach oftmals mindestens 70% von allem was anliegt und muss aber dabei noch versuchen seine Männlichkeit zu wahren und ihn noch immer wie in den 50er Jahren den “König” sein lassen. Wow, wer soll das eigentlich noch stemmen?


Nutzen Männer die Emanzipation der Frau einfach nur aus?

Die Quintessenz davon, dass eine Frau immer versucht der Übermanager zu sein, ist der Vorwurf: Sie ist anstrengend, nervig und vor allem nicht entspannt. Doch ganz ehrlich mal, wie soll man denn entspannen? Wenn sie das nicht alles regelt, passiert in der Regel nur sehr wenig. Männer nutzen die Emanzipation heutzutage einfach aus, um nur noch das Minimum zum gemeinsamen sozialen Leben beizusteuern.

Julian:

Aus meiner Sicht möchten Frauen alles und das am besten sofort. Sie haben chronisch den Kopf voll und stressen sich mit ihrem Gedankengewirr nur selbst. Anstatt sich auf eine Sache zu konzentrieren und diese gut zu machen, wollen sie sich selbst und vor allem allen anderen gerecht werden. Eine Frau steht nicht wie ein Mann morgens auf und kümmert sich um das Wesentliche. Bevor sie das Haus verlässt, setzt sie sich erst einmal selbst unter Druck. Was ziehe ich an? Welches Makeup benutze ich, sitzen die Haare und habe ich irgendwas vergessen? Ein wichtiger Punkt in dem sich Männer oft weniger Stress machen ist: Wie wirke ich auf mein Umfeld? Natürlich ist eine Frau dann schneller gestresst wenn nun noch normale Aufgaben hinzu kommen. Eine Frau möchte natürlich nicht nur erfolgreich sein sondern oft auch ihren familiären Traum leben. Es scheint wohl ein Grundbedürfnis der Weibchen zu sein, ein Kind zu haben um das sie sich kümmern können. Als Mann kann so etwas auch ein Wunsch sein, jedoch sicher ohne das Bedürfnis den ganzen Tag etwas bespaßen zu wollen. Somit binden sich Frauen meist selbst so viele selbstgeschaffene Aufgaben an die Backe unter denen sie dann unter Umständen zusammenbrechen. Was darauf folgt ist das Empfinden man würde alles alleine machen und niemand hilft einem dabei. Männer sind in dieser Hinsicht weit pragmatischer. Ein Mann macht seinen Job, plant einzelne Aufgaben und wenn etwas nicht mehr in den Kalender passt, passt es eben nicht. Als Kerl hat man nicht so ein ausgeprägtes Bedürfnis allem und allen gerecht zu werden. Wenn ich auf eine gestresste Frau treffe habe ich daher selten Mitleid, sondern denke mir: Du wolltest alles genau so wie es ist, dann solltest du auch mit dieser Entscheidung klar kommen. Als kleinen Tipp kann ich nur empfehlen sich frei von Unnötigem zu machen. Der Freund freut sich sicher über den gedeckten Frühstückstisch, aber er kann das sicher auch selbst. Wenn du dich überlastet fühlst heißt es daher: Einen Gang zurückschalten oder auf fremde Aufgaben verzichten.